Das Museum

Montanmuseum Holz & Eisen

Im ehemaligen Schwarzenberg’schen Zimmereigebäude – mit Bessemerraum, Zimmerei, Bergbauraum, Hammerwerk und großem Außengelände.

Räume & Gelände

Was Sie erwartet

307 m²Ausstellung im Erdgeschoss
250 m²im ersten Stock
2.000 m²Außengelände
Wohnraum mit Herd

Im Haus

  • Bessemerraum
  • Zimmerei mit Ausstellung
  • Bergbauraum mit alten Exponaten
  • Wohnraum im hinteren Teil
Hammergebäude mit Wasserrad

Hammergebäude

Ein neu errichtetes Gebäude mit 45 m² überdachter Fläche beherbergt den rund 200 Jahre alten Schwanzhammer – inklusive Antrieb 9,5 Tonnen schwer und denkmalgeschützt. Ein Modell zeigt den Wasserantrieb.

Hunte auf Gleisen vor dem Museum

Im Freien

  • Zwei Hunte auf Gleisen
  • Kleine Parkanlage und Parkplatz
  • Schauschmiede in den Röstanlagen – Teil des Rundgangs am Eisenweg
Highlights

Besondere Ausstellungsstücke

Bessemerbirne

Nachbildung des ersten Konverters in Alt-Österreich im Maßstab 1:1.

Schwanzhammer

Rund 200 Jahre alt, 9,5 t schwer, unter Denkmalschutz.

Ofensau & Eisenflosse

Eine 3,7 t schwere „Ofensau“ und eine der letzten Eisenflossen aus dem Jahr 1909.

Bergbau-Exponate

Leihgaben aus Schwarzenberg’schem Besitz (Eisenbergbau 1660–1909), private Stücke und eine Wildererflinte aus dem letzten Jahrhundert.

Technik

Die Bessemerbirne

Ein birnenförmiger, bodenblasender Konverter aus Eisenblech, innen mit feuerfestem Material ausgekleidet. Henry Bessemer entwickelte ihn in England und ließ ihn 1856 patentieren. 1863 ging in Turrach die erste Bessemerbirne am europäischen Festland in Betrieb.

  • Das Prinzip: Luft wird von unten durch das flüssige Roheisen geblasen. Kohlenstoff verbrennt, die Temperatur steigt von rund 1.150 °C auf bis zu 1.536 °C.
  • Rund 20 Minuten dauerte der Vorgang – den richtigen Zeitpunkt erkannte der Fachmann an der Farbe der Flamme.
  • Aufbau: In Zapfen aufgehängt, über eine hydraulische Kippvorrichtung mit Zahnradantrieb beweglich. Kleinere Birnen fassten bis zu 1.000 kg.
  • Danach: Zusatz von Spiegeleisen oder Ferromangan, Entleerung in die Gießpfanne und Guss in eiserne Formen.

Das Verfahren braucht phosphor- und schwefelarmes Roheisen und wird heute nicht mehr angewendet.

Die 1:1-Nachbildung der Bessemerbirne im Bessemerraum des Museums
Die 1:1-Nachbildung im Bessemerraum
Brauchtum

Das Erzberghäckel

Ursprünglich Werkzeug und teilweise Waffe der oberen Bergarbeiterschicht, wurde das Berghäckel mit der Zeit zum Standessymbol und bergmännischen Zunftzeichen. Einfache Ausführungen vereinten Hammer, Schneide, Haken und rechten Winkel; der Stiel trug oft Maßeinheiten.

Das „neue“ Erzberghäckel wurde 1997 entworfen. Es zeigt Wahrzeichen des Steirischen Erzberges, Fördertechnik und Verhüttung – im Vordergrund die heilige Barbara, dahinter der Blick zum Erzberg mit der Oswaldikirche. Entwurf und Guss: H. Kerber, Leoben, unter Mitwirkung des Bergbaues Eisenerz.

Zwei verzierte Erzberghäckel aus Messing
Das Erzberghäckel
Einblicke

Rundgang in Bildern

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Schutzpatronin

Die heilige Barbara

Der Legende nach lebte Barbara Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedia. Ihr Vater sperrte sie in einen Turm, weil sie sich heimlich taufen ließ. Auf der Flucht öffnete sich ein Felsspalt, um sie zu verbergen.

Warum die Bergleute?

Die Finsternis des Turms steht für die Arbeit im Berg, der sich öffnende Fels für das Öffnen der Erde. Barbara gilt als Schutz vor dem „jähen Tod“ unter Tage.

Ihre Symbole

Turm mit drei Fenstern, Fels, Schwert, Kelch mit Hostie und der Blitz – Zeichen für Gefangenschaft, Flucht, Martyrium und Schutz vor Gewitter und Feuer.

Barbaratag, 4. Dezember

Bergbaubetriebe und Vereine feiern bis heute Barbarafeiern, oft im Bergkittel. Am selben Tag geschnittene Kirschzweige, die zu Weihnachten blühen, gelten als Glückszeichen.