Ein Geopfad zu den Spuren von 250 Jahren Bergbau und Hüttenwesen – durch den Ort, in den Steinbachgraben und in den Rohrerwald. Ausgangspunkt ist das Montanmuseum.
Verhüttet wurden fast ausschließlich Brauneisenerze mit rund 50 % Eisengehalt, gewonnen vor allem im Steinbachgraben und im gegenüberliegenden Rohrerwald. Die linsenförmigen Erzkörper liegen in karbonatischen Triasgesteinen unter der Überschiebungsbahn der Gurktaler Decke.
Die Werke waren fortschrittlich, weil das Fürstenhaus Schwarzenberg hervorragende Montanisten wie Peter Tunner d. Ä. berief. Der ungünstige Standort in einem Seitental ohne Bahnanschluss führte 1909 dennoch zur Schließung. 1913 wurden 27 Waggons Alteisen abtransportiert – deshalb sind heute nur spärliche Reste erhalten.
1863 ging hier die erste Bessemerbirne der k.k. Monarchie in Betrieb. 1865 liefen drei Konverter mit je 35 bis 40 Zentnern Fassungsvermögen. Betrieb bis 1899.
1826 angeblasen: 11,4 m hoch, rund 50 m³ Inhalt, täglich 120 bis 140 Zentner graues Holzkohleroheisen. Am 24. Juli 1909 endgültig ausgeblasen.
1826 auf 20.000 Faß Holzkohle (rund 4.900 m³) erweitert. Erhalten sind nur spärliche Mauerreste.
Seit 1824 konnten hier auch Feinerze geröstet werden – über 400 Zentner in 24 Stunden – ein wesentlicher Beitrag zur Wirtschaftlichkeit.
Lager für die Holzkohle der Röstanlage.
Hier wurde das Brauneisenerz vom Schwefel befreit, abgewässert und gelagert. Das Gebäude ist heute Teil des Montanmuseums.
Ein liegendes Gebläse mit Wasserradantrieb (40–50 PS) versorgte den Hochofen; gusseiserne Winderhitzer wärmten den Wind auf 200–300 °C.
Das Turracher Graueisen wurde zu gewöhnlichen Flossen, Stritzel- und Plattelflossen gegossen.
Lieferte den Zuschlagkalk aus der Triaszeit, knapp östlich des Hochofens.
Von hier aus wurden alle Montanbetriebe geleitet, anfangs fand hier auch der Unterricht statt. Heute „Gasthaus zum Bergmann“.
Die ehemaligen Werkstätten des Hüttenwerkes.
Mit einem schmiedeeisernen Zaun aus Turracher Eisen, der kaum Rost zeigt – mehr unten.
Unter Peter Tunner d. Ä. errichtet, heute Schwarzenbergische Forstverwaltung. Über dem Eingang grüßt der alte Bergmannsgruß „Glück auf“.
Das markante Haus mit dem Türmchen.
| 1 | Alte Halde am Beginn des Steinbachgrabens – Ziel einer 1,5 km langen Drahtseilbahn |
| 2 | Quarzitische Glimmerschiefer des kristallinen Sockels |
| 3 | Mundloch des Michaeli-Stollens, zuletzt Hauptförderstollen |
| 4 | Mundloch des Urbani-Stollens (noch 1953 befahrbar) |
| 5 | Barbara-Kapelle |
| 6 | Altes Berghaus, heute großteils abgetragen |
| 1 | Mundloch des 250 m langen Förderstollens zum Hochofen |
| 2 | Theklastollen (noch 1936 befahrbar) |
Tipp: Im 19. Jahrhundert wurden in den Karbon-Schiefern der Region Pflanzenabdrücke gefunden, die als „Karbone Pflanzenreste vom Stangalmsattel“ weltweit bekannt wurden.
1726 von Fürst Adam Franz zu Schwarzenberg gestiftet, um die Seelsorge der Bergleute sicherzustellen. 1863 – im Jahr der ersten Bessemerbirne – wurde sie zur eigenständigen Pfarre erhoben.
Zwei nahezu einzigartige Lindenholzfiguren knien am Hochaltar – in Originaltracht mit schwarzem Kittel, Arschleder und Schachthut, brennende Grubenlampen in den Händen.
Von Maximilian Haindl aus vergoldetem Nadelholz, kunstvoll marmoriert. Das Altarblatt zeigt den hl. Josef mit Jesuskind, Maria und Erzengel Michael.
Gusseiserne Grabkreuze und Gedenkplatten aus Turracher Eisen erzählen am Bergfriedhof von der Kunst der örtlichen Gießerei.
Weitere Besonderheiten: der asymmetrisch gesetzte Turm mit schindelgedeckter Zwiebelhaube, die Kanzel mit den vier Evangelisten und ein Deckenfresko von 1958. Vor Weihnachten zogen die Knappen zur „Mettenschicht“ in voller Montur mit Geleuchten ein. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist Teil der Steirischen Eisenstraße.