Turrach liegt auf 1.300 m Seehöhe an der steirisch-kärntnerischen Grenze. Über 250 Jahre lang wurden hier Eisenerz abgebaut und verhüttet.
Ab 1660 einer der ersten Floßöfen der Steiermark. Anders als der Stuckofen erlaubte er einen kontinuierlichen Betrieb: Das flüssige Roheisen floss in ein Sandbett, die „Flosse“. 1778 lief der Ofen meist 5 bis 6 Wintermonate und wurde täglich 8- bis 10-mal abgestochen.
Von 1660 bis 1933 eine der fortschrittlichsten Sozialeinrichtungen ihrer Zeit: Sie finanzierte die ärztliche Betreuung kranker und verletzter Arbeiter, unterstützte Witwen und Waisen und sicherte die Altersversorgung.
Erz wurde im Winter mit Ziehschlitten, im Sommer mit Holzkarren transportiert. Über 200 Menschen arbeiteten im Bergbau, etwa 100 in der Hütte – mit Familien lebten 800 bis 1.000 Personen vom Werk: Knappen, Schmelzer, Röster, Holzknechte, Köhler, Erzzieher und Zimmerer.
Peter Tunner d. Ä. brachte das Werk zu großem Ansehen. Er baute einen neuen Hochofen, einen Flammröstofen für Feinerze – die zuvor die Öfen „erstickten“ – und den riesigen Kohlbarren für 5.000 m³ Holzkohle.
Peter Tunner d. J. erlangte weltweiten Ruhm mit der Einführung des Bessemer-Verfahrens 1863 und baute Winderhitzer zur Effizienzsteigerung.
Eng verbunden ist die Familie auch mit der heutigen Montanuniversität Leoben, die Erzherzog Johann 1840 als Steiermärkisch-Ständische Montanlehranstalt in Vordernberg gründete – Peter Tunner d. J. war ihr erster Professor.
Das kleine Werk konnte mit der Großindustrie nicht mithalten. 1941 folgten noch Tiefbohrungen, auf einen Abbau wurde jedoch verzichtet; 1959 endete der Anthrazitabbau.
Heute leben nur noch wenige Familien im Ort. Die originale Bessemerbirne steht im Technischen Museum Wien – eine Nachbildung im Montanmuseum Turrach.